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Weitere Kursverluste in der EU und USA nach Trumps Zöllen

• Apr 5, 2025, 9:46 AM
8 min de lecture
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Die Kursverluste der globalen Aktienmärkte dauern am Freitag an. China hat in dem eskalierenden Handelskrieg auf die drastische Erhöhung der Zölle durch US-Präsident Donald Trump reagiert, was die Verluste der Märkte erhöhte.

Das Handelsministerium in Peking hat erklärt, dass es auf die von den USA verhängten Zölle in Höhe von 34 % auf Importe aus China ab dem 10. April mit eigenen Zöllen in Höhe von 34 % auf die Importe aller US-Produkte reagieren wird. Die Vereinigten Staaten und China sind die größten Volkswirtschaften der Welt.

Der sich verschärfende Handelskonflikt zwischen den USA und China hat am Freitagnachmittag die Talfahrt des Deutschen Aktienindex DAX beschleunigt.

Mit einem Minus von mehr als 1.000 Punkten oder gut 5 % auf ein Tagestief von 20.590 Punkten weitete der deutsche Leitindex seinen Wochenrückgang auf rund 8 % aus, meldet die Nachrichtenagentur dpa.

US-Präsident Donald Trump erscheint auf einem Fernsehbildschirm an der Börse in Frankfurt, Deutschland, Mittwoch, 2. April 2025
US-Präsident Donald Trump erscheint auf einem Fernsehbildschirm an der Börse in Frankfurt, Deutschland, Mittwoch, 2. April 2025 Michael Probst/Copyright 2025 The AP. All rights reserved

Die europäischen Aktien verzeichneten die größten Verluste des Tages, die Indizes sanken um rund 5 %. Der Rohölpreis sank auf den tiefsten Stand seit 2021.

Der größte spanische Aktienmarkt, der IBEX35 (IBerian-indEX), verzeichnete am Freitag ebenfalls einen Rückgang von rund 5 %. In der Handelsmitte stürzte der IBEX35 bis auf 12 500 Punkte ab, da ihm auch der von den USA und China geführte Zollkrieg einen entscheidenden Schlag versetzte.

Der spanische Auswahlindex war derjenige, der die Auswirkungen der am Mittwochabend angekündigten Zölle am besten verkraftete und einen Rückgang von 1,2% verzeichnete, was im Vergleich zu den europäischen Pendants, die im Durchschnitt 3% verzeichneten, relativ gering war.

Auch Frankreich musste einen Rückschlag hinnehmen: Der größte französische Markt, der CAC 40, fiel um 4,3 % und verzeichnete damit die größten Wochenverluste für europäische Aktien seit Jahren.

Bildschirme zeigen Aktieninformationen an der Börse in Madrid, Spanien, Mittwoch, 2. April 2025
Bildschirme zeigen Aktieninformationen an der Börse in Madrid, Spanien, Mittwoch, 2. April 2025 Bernat Armangue/Copyright 2025 The AP. All rights reserved

Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte alle französischen Unternehmen auf geplante Investitionen in den USA auszusetzen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck schloss sich Macron an. Trump werde "unter dem Druck einknicken" wenn Europe gemeinsam reagiere, so Habeck.

Frankreichs Finanzminister Eric Lombard warnte jedoch vor Gegenmaßnahmen zu Washingtons Zöllen, da dies auch die europäischen Verbraucher treffen würde.

Der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic erklärte, er habe ein zweistündiges Gespräch mit US-Handelsminister Howard Lutnick und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer geführt.

"Ich war mir sicher: Die US-Zölle sind schädlich und ungerechtfertigt", so Sefcovic in einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X. "Die EU ist zu sinnvollen Verhandlungen verpflichtet, aber auch bereit, unsere Interessen zu verteidigen."

Trumps Zollpolitik hat auch den US-Märkten einen schweren Schlag versetzt.

Der S&P 500 fiel um 322,44 Punkte auf 5.074,08 Punkte, was einem Minus von rund 6 % entspricht, und beendete die Woche auf einem Rekordtief seit März 2020, als die Koronavirus-Pandemie die Weltwirtschaft erschütterte.

Der Dow Jones Industrial Average stürzte um 2.231 Punkte oder 5,5 % ab, während der Nasdaq Composite um 5,8 % fiel und damit mehr als 20 % unter seinem im Dezember aufgestellten Rekord lag.

Bislang gab es an den Finanzmärkten nur wenige, wenn überhaupt, Gewinner des Handelskriegs. Die Aktien aller bis auf 14 der 500 Unternehmen im S&P 500-Index fielen am Freitag.

Der Rohölpreis sank auf den niedrigsten Stand seit 2021. Auch die Preise für andere Grundbausteine des Wirtschaftswachstums, wie z. B. Kupfer, sanken aufgrund der Befürchtung, dass der Handelskrieg die Weltwirtschaft schwächen könnte.

Händler Daniel Kryger arbeitet auf dem Parkett der New Yorker Börse, Freitag, 4. April 2025
Händler Daniel Kryger arbeitet auf dem Parkett der New Yorker Börse, Freitag, 4. April 2025 Richard Drew/Copyright 2025 The AP. All rights reserved.

Trump hat derweil erklärt, dass er die Zölle auf Vietnam "auf Null senken werde, wenn es in der Lage ist, eine Vereinbarung mit den USA zu treffen." Er kritisierte auch Chinas Gegenmaßnahmen.