Donau-Schwimmen in Budapest: Fast 1.000 sprangen in den Fluss
Am Samstag haben sich in Budapest fast 1000 Menschen in die Donau gewagt. Geschwommen wurde auf einem der sonst meistbefahrenen Abschnitte des Flusses in Ungarn zwischen der Corvinus-Universität und der Technischen Universität. Der vollständige Name der Veranstaltung lautet Generali OWT Dunaátúszás powered by Organic Shop.
Zuletzt fand eine solche Durchquerung vor sechs Jahren statt. Die Vorbereitung sei sehr aufwendig, erklärte Organisator Balázs Mezős Euronews.
„Das ist eine sehr große Veranstaltung. Hier achten nahezu 40 Sanitäterinnen und Sanitäter auf die Schwimmerinnen und Schwimmer, zwölf Motorboote sichern sie ab. Die Schifffahrt auf der Donau ist komplett gesperrt, niemand darf vier Stunden lang hinein- oder hinausfahren. Die größeren Schiffe müssen wir aus dem Start- und Zielbereich abziehen und anderswo anlegen lassen“, erläutert Mezős.
Blick auf Budapest aus der Wasserperspektive
Für die Teilnehmenden ist es ein besonderes Erlebnis, an einem Ort zu schwimmen, wo das wegen des dichten Schiffsverkehrs und der Sicherheitsauflagen sonst undenkbar wäre. Der Blick auf Budapest wirkt aus der Wasserperspektive völlig anders.
„Ich bin jeden Tag über die Freiheitsbrücke zur Uni gekommen“, erzählt eine junge Frau begeistert. „Aus der Straßenbahn habe ich immer geschaut und mich gefragt: ‚Wie wäre es, hier einmal durchzuschwimmen? Ist das überhaupt möglich?‘ Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es wirklich erlaubt ist. Dann haben wir gesehen, dass es dieses Event gibt, und uns sofort angemeldet, sobald die Anmeldung offen war.“
Nach Angaben der Organisatorinnen und Organisatoren ist das Wasser sauber und der Abschnitt ungefährlich. Strudel gebe es dort nicht.
„Die Menschen haben sehr, sehr großen Respekt vor der Donau“, sagte Balázs Mezős Euronews. „Das liegt vor allem daran, dass sie nicht darin schwimmen, weil es normalerweise nicht erlaubt ist. Zum Glück entstehen in Budapest und im ganzen Land immer mehr Donau-Strände für Freiwasserschwimmen. Die Leute gewöhnen sich langsam daran, das merken wir auch an unseren Schwimmwettbewerben: Die Zahl der Teilnehmenden steigt ständig. Im Grunde ist dieses Misstrauen völlig unbegründet. Als Erstes werden immer die Strudel erwähnt, aber hier gibt es keine. Was es an Wirbeln gibt, könnte nicht einmal eine Ente verschlucken. Man muss es einfach ausprobieren. Die ersten ein, zwei Male sind vielleicht etwas unangenehm oder aufregend oder sogar ein bisschen furchteinflößend. Aber beim dritten Mal wird es zu einem richtigen Erlebnis. So zu schwimmen, während dich die Strömung über gut fünf Kilometer mitträgt, ist einfach himmlisch.“
„Ein großartiges Erlebnis“, sagte ein Brite, der in Budapest lebt und den seine Frau mit zwei kleinen Töchtern vor der Technischen Universität erwartet. „Jede und jeder in Budapest sollte das einmal ausprobieren. Am Anfang ist es wegen der Strömung hart. Man glaubt, geradeaus zu schwimmen, dabei treibt es einen seitlich ab. Aber die Organisation ist hervorragend, eine wirklich großartige Veranstaltung.“
Die Dunaátúszás ist Teil des Sportfestivals Generali Night Run. Dabei können die Teilnehmenden verschiedene Distanzen laufen, am Morgen oder auch in der Nacht, vorbei an den bekanntesten Schauplätzen Budapests.
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