Island-Referendum zum EU-Beitritt: Umfragen sehen sehr knappen Ausgang
Beim isländischen Referendum über einen Neustart der EU-Beitrittsverhandlungen deutet alles auf ein sehr enges Rennen hin. Das zeigen die jüngsten Umfragen: Der Abstand zwischen „Ja“ und „Nein“ ist kurz vor der Abstimmung am Samstag deutlich geschrumpft.
Das Meinungsforschungsinstitut Maskína meldet in seiner aktuellen Befragung zum Referendum mit großer Tragweite einen Vorsprung des „Ja“-Lagers mit 51,3 Prozent vor „Nein“ mit 48,7 Prozent.
Vorherige Umfragen sahen das Lager der EU-Befürworter durchweg vorne. Der Abstand hat sich jedoch stetig verringert.
In älteren Erhebungen im Auftrag des isländischen Nachrichtenportals Vísir bezifferte Maskína den Vorsprung der „Ja“-Stimmen im Juni noch auf 6,2 Prozentpunkte. Anfang August waren es nur noch 4,4 Prozent.
Eine von Gallup am 17. August veröffentlichte Umfrage kam zu ähnlichen Ergebnissen: 51,5 Prozent der Befragten wollten eine Wiederaufnahme der Gespräche unterstützen, 48,5 Prozent waren dagegen. Die Fehlermarge lag bei 2,5 Prozent.
Wirtschaft steht im Fokus
Für die jüngste Maskína-Umfrage, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, wurden zwischen dem 21. und 25. August rund 1.000 Personen befragt – eine vergleichsweise große Stichprobe in einem Land mit knapp 400.000 Einwohnern.
In derselben Umfrage ging es auch darum, ob die Wählerinnen und Wähler sich im Falle eines EU-Beitritts um Islands Souveränität sorgen. 40 Prozent erklärten, sie seien besorgt; 47 Prozent gaben an, sie hätten wenig oder gar keine Sorge.
Im Wahlkampf steht die Wirtschaft im Mittelpunkt, vor allem Fischerei und Landwirtschaft – genau die Streitpunkte, die den Beitrittsprozess 2015 gestoppt hatten.
Abgestimmt wird am Samstag, die Wahllokale schließen um 22:00 Uhr Ortszeit. In den letzten zwei bis drei Tagen vor einer Abstimmung veröffentlichen Institute üblicherweise keine neuen Prognosen mehr.
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