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Private Bilder von Frauen wie Giorgia Meloni im Internet: Die sexistische Galerie von Phica.eu

• Aug 29, 2025, 6:01 AM
7 min de lecture
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Nicht einmal Frauen in den höchsten Staatsämtern entgehen dem perversen Mechanismus, der Voyeurismus, geschlechtsspezifische Gewalt und Technologie miteinander verbindet.

In Italien sind Giorgia Meloni und Elly Schlein, die Ministerpräsidentin und die Chefin der größten Oppositionspartei, im digitalen Schaufenster von Phica.eu gelandet, einem seit 2005 aktiven Forum, das private Fotos von Politikerinnen sammelt und sie in eine sexistische Galerie verwandelt.

Dabei ist es keine pornografische Seite im engeren Sinne, vielmehr ein digitaler Raum, der dazu dient, weibliche Körper zu beobachten, zu katalogisieren und auf plumpe Art und Weise zu kommentieren, als wären sie Objekte einer kollektiven Ausstellung - ohne deren Zustimmung.

Die "geile" Politik

Gestohlene Aufnahmen und morbide Vergrößerungen erschienen auf den Seiten des Forums: Ministerpräsidentin Meloni am Meer, während sie döste oder sich eincremte, Pd-Sekretärin Schlein von hinten bei einem Benefizspiel, andere Fotos, die direkt aus ihren sozialen Netzwerken übernommen wurden.

Zu sehen sind auf Phica auch viele andere Persönlichkeiten aus der italienischen Politik: von der Noi Moderati-Politikerin Mara Carfagna bis zur Fraktionsvorsitzenden von Italia Viva in der Abgeordnetenkammer Maria Elena Boschi, von der Senatorin Mariastella Gelmini - die sogar in einem Deep Fake landete, der sie mit entblößten Brüsten zeigt - bis zu amtierenden Ministerinnen wie Anna Maria Bernini und Daniela Santanchè.

Die Bilder wurden von vulgären Kommentaren begleitet in einem Thread mit dem sinnbildlichen Titel: "Geile Politikerinnen".

Die Beschwerde und die Ermittlungen von Italiens Polizei

Die Website wurde nach den Beschwerden geschwärzt, aber Spuren davon sind über Suchmaschinen weiterhin leicht zugänglich. Die Polizei befasst sich nun damit, um ein Phänomen aufzuklären, das nicht mehr nur die Aushöhlung der Privatsphäre betrifft, sondern direkt die Demokratie und ihre Vertreterinnen berührt.

Alessandra Moretti, Mitglied des Europäischen Parlaments, prangerte das Phänomen offen an und berichtete dem Corriere della Sera, dass sie Fotos von sich selbst in dem Forum gefunden habe.

Ein Appell, der von anderen Kolleginnen aufgegriffen wurde, darunter die ehemalige Abgeordnete der Demokraten Alessia Morani und die Stadträtin und linke Politikerin in Latium Valeria Campagna, die ebenfalls unfreiwillig Opfer der digitalen Plattform wurden.

Der Präzedenzfall 'Mia mogli'

Phica.eu ist jedoch kein Einzelfall. Vielmehr handelt es sich um den jüngsten Teil einer Entwicklung, die ihre Wurzeln in einem noch aufsehenerregenderen Präzedenzfall hat: der Facebook-Gruppe "Mia moglie" (auf deutsch: Meine Frau). Die Gruppe, die letztes Jahr auftauchte und nach Tausenden von Meldungen wieder aufgelöst wurde, hatte mehr als 32.000 Mitglieder und diente als Archiv für intime Bilder von Ehefrauen, Freundinnen, Lebensgefährtinnen oder ahnungslosen Frauen, die ohne Zustimmung geteilt, kommentiert, ausgetauscht und verunglimpft wurden.

Nach den von der Polizei gesammelten Daten gingen allein in dieser Gruppe fast dreitausend Meldungen ein, zu denen noch Hunderte von Beschwerden in anderen Foren und ähnlichen Kanälen hinzukamen.

Der Mechanismus war stets derselbe: Normalisierung der Verletzung der Privatsphäre, Verwandlung des täglichen Lebens in eine digitale Ware, Legitimierung einer Form von männlicher Kontrolle und Besitz über den weiblichen Körper.

Screenshot der Facebook-Gruppe "Mia Moglie", die im August 2025 gesperrt wurde
Screenshot der Facebook-Gruppe "Mia Moglie", die im August 2025 gesperrt wurde screenshot fb

Von der Gruppe "Mia moglie" bis zum Forum Phica.eu änderte sich die Zielgruppe der Opfer - von Tausenden einfacher Frauen bis hin zu führenden Politikerinnen -, nicht aber die zugrunde liegende Logik: die der nicht-einvernehmlichen Pornografie, die keine explizite Nacktheit braucht, um Gewalt zu erzeugen. Es genügt ein Foto am Strand, ein Lächeln in den sozialen Medien, eine gewöhnliche Geste, die hochgerechnet und veröffentlicht wird, um zu einem Vorwand für kollektive Demütigung zu werden.

Martina Semenzato, Vorsitzende der parlamentarischen Untersuchungskommission für Frauenmorde, sprach von einem "Abdriften, das uns entsetzt" und erinnerte daran, dass der so genannte Rache-Porno ein sehr schweres Verbrechen ist, das mit bis zu sechs Jahren Haft bestraft wird, selbst für diejenigen, die Bilder verbreiten oder einfach nur teilen.

Das Problem ist jedoch nicht nur rechtlicher Natur. Es ist ein kulturelles Problem. Es geht um die Vorstellung vom weiblichen Körper im öffentlichen Raum an sich. Das gestohlene Foto der Regierungschefin, während sie sich am Strand ausruht, oder das der Chefin der Oppositionspartei bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung zeigen, wie selbst die sichtbarsten politischen Persönlichkeiten zur Zielscheibe voyeuristischer Begierde werden können.

Es ist eine Bestätigung dafür, dass im digitalen Ökosystem Macht und soziale Anerkennung nicht ausreichen, um vor der Aushöhlung der Würde zu schützen. Die geschlechtsspezifische Gewalt aktualisiert sich, wechselt ihre Hülle und nutzt die Technologie, um ihre Reichweite zu vergrößern. Von der Facebook-Gruppe "Mia moglie" bis zum Forum Phica.eu: Der rote Faden, der Voyeurismus, Gewalt und Digitales miteinander verbindet, kann nur durch kollektive Anprangerung und eine angemessene institutionelle Reaktion durchbrochen werden.


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