Nach DiCaprios Schutzaufruf für Frosch-Art: Chile stoppt Stromprojekt
Chiles Energieministerin Ximena Rincón hat den Widerstand gegen das Projekt für eine Stromverbindung mit Argentinien in der Region Maule kritisiert, nachdem Leonardo DiCaprio vor Gefahren für den Lebensraum des Pehuenche-Frosches gewarnt hatte.
Die frühere Senatorin der Region Maule betonte die Notwendigkeit, Umweltschutz und Energiebedarf der Region miteinander zu vereinbaren. Sie erinnerte daran, dass es dort bereits zu Stromrationierungen gekommen sei, weil dem System Kapazität fehle.
„Es war ein Projekt, das alle erforderlichen positiven Gutachten hatte, und in keinem dieser Berichte, in keiner der Debatten tauchte jemals der Pehuenche-Frosch auf“, sagte Rincón vor der Presse. Die Ministerin erklärte, die Warnung sei „in letzter Minute“ gekommen und DiCaprio sei von einer Organisation gebeten worden, sich in den Fall einzuschalten.
Die Umweltbewertungskommission (COEVA) lehnte am vergangenen Montag das Projekt für die Stromverbindung Los Cóndores–Río Diamante im Alto Maule ab – nach fast fünf Jahren Verfahren.
Rincón unterstrich, wie wichtig es sei, Umwelt und touristische Attraktivität der Gegend zu bewahren. Zugleich müsse die Regierung eine stabile Stromversorgung sicherstellen, da die Region mit strukturellen Problemen zu kämpfen habe.
DiCaprio setzt sich für Schutz des Pehuenche-Frosches ein
Das Projekt sah den Bau und Betrieb einer Stromverbindung zwischen Chile und Argentinien vor, um den Austausch von Elektrizität zwischen beiden Ländern zu erleichtern. In der vergangenen Woche rief Leonardo DiCaprio, bekannt für seinen Umwelteinsatz, auf Instagram dazu auf, den Frosch mit stacheliger Brust zu schützen – eine Art, die ausschließlich im Pehuenche-Tal in den Hochanden von Chile und Argentinien vorkommt.
Der „Alsodes pehuenche“ ist nach Angaben des chilenischen Umweltministeriums ein robuster Amphibienfrosch, der in Höhen zwischen 2.000 und 2.500 Metern lebt.
DiCaprio warnte, die Art stehe „vor einer ihrer größten Bedrohungen“, es gebe weniger als 1.000 Tiere in freier Wildbahn. Der Schauspieler betonte, die Naturschützer wollten das Projekt nicht vollständig stoppen, sondern an einen Standort verlegen, der das Aussterberisiko für den Frosch nicht weiter erhöht.
Rincón bekräftigte ihrerseits, es brauche eine Lösung, die sowohl die Stromverbindung als auch die Energiesicherheit in Maule garantiert. Die Region leide, wie sie erläuterte, unter Versorgungsproblemen und Stromrationierungen.
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