Bürgergeld-Empfänger: Mohammed vor Michael unter häufigsten Vornamen

An erster Stelle der häufigsten Vornamen unter Bürgergeld-Empfängern liegt der Name Mohammed - in insgesamt 19 verschiedenen Schreibweisen wie Mohamed, Muhammad, Mohammad, Mahamadou oder Mhammed. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf den AfD-Abgeordneten René Springer, der die Zusammenfassung der Varianten beim Bundesarbeitsministerium veranlasst haben soll.
Zuvor hatte eine Liste des Bundesarbeitsministeriums, basierend auf einer Anfrage der AfD, andere Ergebnisse gezeigt: Die ursprüngliche Auswertung nannte vor allem deutsche Vornamen wie Michael, Andreas und Thomas an der Spitze. Sie wurde Anfang Juli veröffentlicht.
Wie die Bild-Zeitung berichtet, waren in der ersten Version der Liste unterschiedliche Schreibweisen desselben Namens getrennt aufgeführt. So wurden etwa Mohammed und Mohamed oder Thomas und Tomas jeweils einzeln gezählt. Diese Methodik hatte Einfluss auf die Platzierung der Namen in der Statistik.
Nach einer Korrektur, bei der diese Varianten zusammengefasst wurden, liegt Mohammed nun auf Platz eins mit rund 40.000 Einträgen. Es folgen Michael sowie Ahmad.
Die Anfrage der AfD im Juni bezog sich auf die 14 häufigsten Vornamen von Bürgergeld-Empfängern. Laut der ursprünglichen Antwort tragen rund 19.200 Menschen den Vornamen Michael, gefolgt von Andreas (16.200), Thomas (15.700), Daniel (14.800), Olena (14.400) und Alexander (13.800).
Die aktualisierte Liste sieht wie folgt aus:
- Mohammed 39.280
- Michael 24.660
- Ahmad 20.660
- Andreas 18.420
- Thomas 17.920
- Alexander 15.270
- Daniel 14.730
- Olena 14.230
- Christian 14.180
- Ali 14.130
Die Zahlen stammen ausschließlich aus sogenannten „Gemeinsamen Einrichtungen“ (gE) - also Jobcentern, in denen die Bundesagentur für Arbeit mit den Kommunen zusammenarbeitet. In Deutschland sind das etwa 300 von insgesamt 404 Jobcenterbezirken. Die übrigen 104 werden als „zugelassene kommunale Träger“ bezeichnet und handeln eigenverantwortlich.
Die Bundesregierung betonte in ihrer Antwort ausdrücklich, dass aus einem Vornamen nicht automatisch auf die Nationalität geschlossen werden könne.
Bürgergeld und Migrationshintergrund in Deutschland
Betrachtet man die von Statista bereitgestellten Daten, die auf aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit basieren, zeigt sich folgendes Bild: Laut einem im August 2025 veröffentlichten Bericht hatten bis einschließlich Februar 47,2 Prozent der Bürgergeld-Empfänger in Deutschland einen ausländischen Hintergrund.
Die Bundesagentur für Arbeit berücksichtigt in der Kategorie „Menschen mit Migrationshintergrund“ nicht nur ausländische Staatsbürger, sondern auch deutsche Staatsangehörige, bei denen mindestens ein Elternteil nach 1949 aus dem Ausland nach Deutschland zugewandert ist. Das bedeutet: Auch Menschen mit deutschem Pass zählen laut dieser Definition zur Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund.
Zu beachten ist zudem, dass in dieser Gruppe auch Kinder, ältere Menschen oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen enthalten sind, die nicht oder nur eingeschränkt erwerbsfähig sind.
Studie zeigt Einfluss von sozialen und bürokratischen Hürden auf Beschäftigung von Geflüchteten
In einer kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurde die Integration der im Jahr 2015 eingetroffenen Geflüchteten in den Arbeitsmarkt untersucht. Obwohl sich die Beschäftigungsquoten der Geflüchteten bereits weitgehend dem Niveau des deutschen Bevölkerungsdurchschnitts angenähert haben, haben sich die Forschenden auch mit den Hindernissen beschäftigt, die eine Arbeitsaufnahme erschweren und dazu führen, dass viele Menschen auf die Beziehung von Sozialleistungen zurückgreifen müssen.
So gebe es zahlreiche bürokratische Hindernisse, die eine schnelle Aufnahme einer Arbeit erschweren. Dazu zählen lange Asylverfahren, der oftmals langwierige Aufenthalt in Gemeinschaftsunterkünften, Sachleistungen statt direkter Geldzahlungen, Bezahlkarten sowie Wohnsitzauflagen. Auch die Aussetzung des Familiennachzugs wirkt sich negativ aus, erklärt Yuliya Kosyakova, Professorin an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und eine der Autorinnen der Studie gegenüber der Tagesschau.
Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten umso schwieriger ist, je stärker fremdenfeindliche Einstellungen in einer Region verbreitet sind. „Unsere Forschung belegt eindeutig, dass Menschen, die sich willkommen fühlen, schneller eine Beschäftigung finden“, so Kosyakova.
Zudem spiele die Sprachförderung eine zentrale Rolle: Sowohl allgemeine als auch berufsbezogene Sprachkurse tragen nachweislich dazu bei, dass Geflüchtete schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Ähnlich positiv wirken sich Berufsberatung und gezielte Qualifizierungsangebote aus. Ebenfalls wichtig sind Faktoren wie die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen.
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