Großeinsatz gegen Kinderpornografie: 79 Festnahmen weltweit

Im Rahmen einer Europol-Operation wurde das internationale Kinderpornografie-Netzwerk KidFlix zerschlagen. Die Bilanz: 79 Festnahmen, 39 gerettete Minderjährige, rund 1.400 identifizierte Verdächtige und dreitausend beschlagnahmte elektronische Geräte. Ermittler aus mehr als 30 Ländern gingen seit 2022 gegen KidFlix vor. Zwischen 2022 und 2025 wurde die Plattform von 1,8 Millionen Nutzern besucht.
Im Vorfeld hatte das bayerische Landeskriminalamt Ermittlungen durchgeführt und schließlich die europäische Strafverfolgungsbehörde Europol eingeschaltet.
Kidflix wurde 2021 von einem Cyberkriminellen eingerichtet und enthielt etwa 91 000 Videos von Kindesmissbrauch, die gegen Bezahlung in Kryptowährung angesehen werden konnten. Im Durchschnitt wurden jede Stunde etwa 3,5 neue Videos hochgeladen, von denen viele den Strafverfolgungsbehörden vor den Ermittlungen unbekannt waren. KidFlix erlaubte auch das Streamen von Missbrauch sowie die Kontaktaufnahme und das Anlocken von Opfern, so die Europol-Erklärung.
Die "Operation Stream" ist die bisher größte, die die Behörde im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern durchgeführt hat. Die meisten der identifizierten Kriminellen sind Wiederholungstäter und den Behörden bereits bekannt.
In Hessen werde gegen sieben Personen zwischen 22 bis 42 Jahren ermittelt, teilte das Landeskriminalamt mit.
Weitere Festnahmen in Europa
In Italien verhaftete die Polizei vier Männer im Alter von 22 und 49 Jahren. Gegen weitere 15 Personen wird ermittelt.
Die Beamten stellten die Existenz einer Internetseite mit dem Namen "Wikipedo"fest - eine Anspielung auf die bekannte Internetseite "Wikipedia". "Wikipedo" dient als Enzyklopädie der Pädophilie, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.
In Portugal wurden nach Hausdurchsuchungen zwei Verdächtige im Alter von 28 und 35 Jahren, in flagranti festgenommen. Laut der portugiesischen Kriminalpolizei haben beide keine Vorstrafen. Einer der Verdächtigen befindet sich in Untersuchungshaft.
Sexuelle Ausbeutung von Kindern: Eine der größten Bedrohungen für die innere Sicherheit der EU
"Die digitale Dimension hat zu einer rasanten Entwicklung der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Internet geführt und bietet Straftätern eine grenzenlose Plattform, um mit Opfern in Kontakt zu treten und sie zu pflegen sowie Material zum sexuellen Missbrauch von Kindern zu erstellen, zu speichern und auszutauschen", sagte Europol-Exekutivdirektorin Catherine De Bolle.
Die Direktorin wies darauf hin, dass "einige Leute versuchen, dies als ein rein technisches oder IT-Problem darzustellen, aber das ist es nicht. Hinter diesen Verbrechen stecken echte Opfer, und diese Opfer sind Kinder. Als Gesellschaft müssen wir handeln, um unsere Kinder zu schützen".
Laut dem Bericht zur Bewertung der Bedrohungslage im Bereich der schweren organisierten Kriminalität (Socta) aus dem Jahr 2025 ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern eine der größten Bedrohungen für die innere Sicherheit in der EU.
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