Harry zurück in Großbritannien: dicke Rechnung vom Daily Mail
Prinz Harry kehrt in einer alles andere als einfachen Phase ins Vereinigte Königreich zurück. Der Herzog von Sussex will künftig wieder mehr Zeit im Land verbringen, gemeinsam mit seiner Frau Meghan Markle und den Kindern Archie und Lilibet. Zugleich hat die High Court in London eine harte Folge seiner Klage gegen die Verlagsgruppe des Daily Mail beschlossen: Harry und die sechs weiteren Kläger müssen insgesamt 9,54 Millionen Pfund, rund 11 Millionen Euro, als erste Zahlung für die Anwaltskosten des Verlags leisten.
Die Summe steht nicht im Zusammenhang mit einem möglichen Umzug der Sussexes nach Großbritannien, sondern mit ihrer Niederlage im Verfahren gegen Associated Newspapers. Die Gruppe gibt den Daily Mail, den Mail on Sunday und MailOnline heraus. Harry, Elton John, David Furnish, Liz Hurley und die anderen Beteiligten hatten dem Verlag vorgeworfen, über Jahre ihre Privatsphäre verletzt zu haben, mit mutmaßlich unrechtmäßigen Methoden, um Informationen über ihr Privatleben zu erhalten.
Die Klage endete jedoch mit einer Niederlage für die sieben Kläger. Nun folgt die Rechnung, vorerst nur teilweise.
Harry und Mitkläger sollen 9,5 Millionen zahlen
Richter Matthew Nicklin hat entschieden, dass die sieben Kläger 9,54 Millionen Pfund als Vorschuss auf die von Associated Newspapers getragenen Anwaltskosten zahlen müssen. Das entspricht rund 1,36 Millionen Pfund pro Person, auch wenn die tatsächliche Aufteilung von weiteren Vereinbarungen und Entscheidungen abhängt.
Der Verlag hatte deutlich mehr verlangt: insgesamt 34,5 Millionen Pfund. Diese Forderung bezeichnete der Richter jedoch als überzogen. Innerhalb von drei Monaten muss Associated Newspapers dem Gericht eine detaillierte Aufstellung der Kosten vorlegen. Erst danach wird festgelegt, wie viel davon tatsächlich erstattet wird.
Die Endsumme könnte also deutlich über den bereits angesetzten 9,54 Millionen Pfund liegen.
Die Kläger verfügen zudem über eine Versicherung, die bis zu 16,2 Millionen Pfund abdecken würde. Sollten die endgültigen Kosten über diese Grenze hinausgehen, müssten sie den darüber hinausgehenden Betrag wohl selbst tragen.
Harry und die anderen haben bis zum zweiten Oktober Zeit, einen möglichen Einspruch gegen die Entscheidung einzureichen. Eine Genehmigung für weitere Schritte ist aber nicht automatisch.
Harrys Kampf gegen die Boulevardpresse
Für Harry ist der Fall ein weiteres Kapitel in seinem langen Kampf gegen die britische Boulevardpresse. In den vergangenen Jahren hat der Prinz mehrere Klagen gegen Tabloids angestrengt und dabei auch einige Erfolge erzielt.
In diesem Verfahren wies der Richter die Vorwürfe gegen die Daily-Mail-Gruppe jedoch zurück. Der Verlag wertete das Urteil als klare Bestätigung der eigenen Position und erklärte, die Entscheidung sei eine „verheerende Kritik am Versuch, die Zeitung und den Ruf ihrer Journalistinnen, Journalisten und Manager anzuzweifeln“.
Das Urteil fällt in eine Phase, in der Harry wieder anders auf das Vereinigte Königreich blickt als in den Jahren seines Lebens in Kalifornien.
Harry und Meghan planen Rückkehr nach Großbritannien
Der Herzog und die Herzogin von Sussex haben beschlossen, mehr Zeit im Vereinigten Königreich zu verbringen und ihre Kinder Archie und Lilibet auf eine britische Schule zu schicken. Ihre feste Basis behalten sie jedoch in den Vereinigten Staaten, in ihrer Villa in Montecito.
Die Rückkehr bedeutet allerdings keinen Wiedereinstieg in die Royal Family als aktive Mitglieder. Harry und Meghan hatten 2020 auf ihre offiziellen Aufgaben verzichtet, das Verhältnis zur Familie ist durch die Spannungen der vergangenen Jahre weiterhin belastet.
Besonders heikel bleibt der Kontakt zu Prinz William. Ein möglicher dauerhafter Aufenthalt des jüngeren Bruders in Großbritannien würde Harry räumlich wieder deutlich näher an die königliche Familie bringen, nach Jahren der Distanz und öffentlichen Äußerungen, die die Konflikte noch verschärft haben.
Die heikle Sicherheitsfrage
Hinzu kommt eine weitere Frage, direkt verknüpft mit der Rückkehr ins Vereinigte Königreich: die Sicherheit.
Nach seinem Rückzug aus den offiziellen Aufgaben verlor Harry das automatische Recht auf staatlich finanzierte Sicherheitsvorkehrungen. Daraufhin begann er einen langen Rechtsstreit, um wieder einen aus seiner Sicht angemessenen Schutz zu erhalten.
Bei einem möglichen dauerhaften Aufenthalt im Land könnten die Behörden die Lage anhand der neuen Umstände und der Einschätzung des Risikos neu bewerten. Laut Schätzungen britischer Medien könnte ein entsprechendes Sicherheitskonzept bis zu 5 Millionen Pfund kosten, rund 5,8 Millionen Euro. Das würde zwangsläufig die Debatte über den Einsatz öffentlicher Gelder neu entfachen.
Für die Sussexes ist es daher eine Rückkehr voller Unwägbarkeiten. Das Verfahren gegen den Daily Mail sorgt für eine hohe finanzielle Belastung. Gleichzeitig rückt mit einem möglichen Umzug nach Großbritannien die Sicherheitsfrage wieder in den Vordergrund, und im Hintergrund steht weiterhin das schwierige Verhältnis zur königlichen Familie.
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